[Translate to Schweiz:] Diffusion im Malerhandwerk

Was bedeutet Diffusion?

Während deiner Ausbildung im Malerhandwerk triffst du häufig auf Fachbegriffe. Manche davon erklären sich von selbst, andere hingegen sind reines Fachchinesisch. Letztere erklären wir dir in unserem Fachbegriffe-Lexikon. Heute an der Reihe: Diffusion.

 

Erinnerst du dich noch an den Kunstunterricht in der Schule? Dort hast du sicher das ein oder andere Mal mit Wasserfarbe gearbeitet. 

Taucht man den farbigen Pinsel in den Wasserbecher, verteilt sich die Farbe allmählich von selbst in der gesamten Flüssigkeit. Warum das passiert, lässt sich ganz einfach erklären – das Prinzip der Diffusion.

Diffusion: Was passiert dabei eigentlich?


Als Diffusion bezeichnet man das selbstständige Durchmischen verschiedener Stoffe. Das Spannende: Die Stoffe müssen dafür weder aktiv umgerührt noch anderweitig bewegt werden. Allein die Bewegung der in den Stoffen befindlichen Teilchen sorgt für die Diffusion. 

Ihre Bewegung ist also verantwortlich dafür, dass sich die Farbe beim Eintauchen des Pinsels im Wasser verteilt. 

Diese sogenannte Relativbewegung wird beispielsweise durch Konzentrations-, Temperatur- oder Druckunterschiede hervorgerufen. Dabei richtet sich die Strömung der Diffusion immer in Richtung der geringeren Konzentration, Temperatur oder des geringeren Drucks. 

Besonders ausgeprägt ist das Phänomen bei gasförmigen Stoffen und Flüssigkeiten. Doch auch bei festen Körpern ist Diffusion möglich.

Diffusion im Malerhandwerk

 

Während deiner Ausbildung lernst du die physikalischen Vorgänge kennen, auf denen das Phänomen der Diffusion beruht. Es kann nicht schaden, sie bei der Arbeit auf der Baustelle im Hinterkopf zu behalten, um stets die richtigen Materialien für jede Aufgabe zu wählen.

Je höher die Dichte eines Baustoffes, desto mehr schlägt sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft als Kondenswasser daran nieder. Diesen Vorgang kannst du besonders an Spiegeln oder Fliesen im Badezimmer nach dem Duschen beobachten. 

Diffusionsoffene Materialien regulieren das Klima eines Raumes: Sie nehmen die Feuchtigkeit auf und geben sie nach und nach wieder ab. Damit Wände «atmen» können und die Feuchtigkeit den Weg zur Wandoberfläche findet, sollten vor allem Innenputz und Tapeten immer dampfdurchlässig sein und diffusionsoffen gestrichen werden. 

Auch im Umgang mit Dämmungen spielt Diffusion eine Rolle. Spricht man im Malerhandwerk von einer diffusionsoffenen Innendämmung, ist ein System gemeint, welches feuchtwarmer Raumluft die Diffusion in die Wand gewährt. Im Winter sorgt eine solche Innendämmung für eine höhere Porenluftfeuchte.  Die Materialien der Innendämmung nehmen das Wasser aus der Luft auf, bis es in der wärmeren Jahreszeit wieder nach innen in den Raum verdunsten kann. In der Fachsprache ist hier vom Feuchtemanagement die Rede.

Du möchtest noch mehr zu Fachbegriffen aus dem Malerhandwerk lernen? Dann schau dich gerne noch weiter auf unserem Blog um. Ausserdem findest du auf  Instagram oder YouTube spannende Erfolgsgeschichten von Auszubildenden, coole Rätsel und noch viel mehr. Schau mal vorbei.

So sieht eine Diffusion aus
Gibt man eine farbige Flüssigkeit in einen Becher Wasser, verfärbt sich nach einiger Zeit das gesamte Wasser. Die Farbe diffundiert.